Ende unseres HypnoBirthing Kurses und Termin zur Pränatal Diagnostik (SSW 26+6)

Mittwoch war nun unsere letzte HypnoBirthing Einheit. Einerseits war ich nun froh, nicht mehr jede Woche so spät dorthin zu gehen, denn das ist immer ganz schön anstrengend. Aber andererseits habe ich das Gefühl, dass ich es vermissen werde. Die 2,5 – 3 Stunden in der Woche war auch immer Zeit, in der ich mich ganz auf die Geburt und auf meinen Mann konzentrieren konnte. Sonst haben wir selten Zeit für uns, nehmen sich uns manchmal vielleicht auch zu wenig. Aber vor diesen Kurseinheiten konnte man sich ja nun nicht drücken, und so mussten wir die Zeit fest einplanen. Es war gut und aufschlussreich wie immer. Wir kamen nochmals zu allen Fragen dir wir noch hatten und sprachen nochmal über den Aufenthalt im Krankenhaus an sich. Das war die erste Kurseinheit ohne Geburtsvideo und ehrlich gesagt war ich da auch schon fast froh drüber. Ich hatte damit kein Problem und schaute mir je nach Lust und Laune auch zu Hause mal Geburtsvideos an, aber diese waren immer recht langweilig und so gar nicht wie die Geburt, die ich mir für uns wünschte. Bei den meisten Geburten waren viele Menschen dabei und ein Riesen Getümmel. Bei einer Hausgeburt war es im Hintergrund so was von unordentlich, der Geburtspool stand quasi zwischen Kinderbett und Kühlschrank. Diese ganze Umgebung in den Videos und die ganzen Menschen lenkten mich immer so ab, dass ich mich nicht darauf konzentrieren konnte. Manchmal verleitete das meinen Mann und mich auch währenddessen lustig darüber zu machen, aber den anderen Paaren ging es auch so. Vielleicht ist das auch alles typisch amerikanisch?! Aber ansonsten bin ich mit dem Kurs absolut zufrieden und fühle mich gut vorbereitet. Vor dem HypnoBirthing Kurs hatte ich oft mit Angst vor der Geburt zu kämpfen, das war sogar schon vor der Schwangerschaft so. Aber nachdem wir das alles gründlich auseinandergenommen haben und durchgesprochen haben, was wann wie läuft und wie die Natur all das vorgesehen hat, bin ich wirklich befreit. Ich freue mich auf mein Geburtserlebnis und mit meinem Mann an meiner Seite bin ich mir sicher. Ich kann es kaum noch erwarten. Natürlich weiß ich nicht, ob alles so laufen wird, wie ich es mir vorgestellt habe, aber das weiß man ja nie. Erstmal begegne ich dem ganzen ganz positiv und muss mir dann auf jeden Fall keine Vorwürfe machen, mich schlecht vorbereitet zu haben. Leute, die mir von ihren Horror Erlebnissen berichten wollen, bzw. mir die Geschichten aufdrängen, werde ich zukünftig freundlich abwimmeln. Viele davon haben vielleicht auch einfach zu wenig in Bezug auf die Vorbereitung zur Geburt gemacht. Wir haben auf jeden Fall gelernt, dass eine Geburt keine Schmerzen und Ängste hervorrufen muss und das es wirklich zum Freudenfest werden kann. Ich hatte ein bisschen Angst, dass das ganze zu spirituell wird, aber ist es eigentlich überhaupt nicht. Lediglich die Geburt soll etwas spirituelles haben und dafür wäre ich dankbar. Ich mache also fleißig weiter meine Entspannungs- und Atemübungen und dann werde ich sehen. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall, angstfrei zu sein nimmt einem schonmal viel ab und seitdem ich mich damit so auseinander setzte und die ganzen Übungen mache, gehe ich auch so entspannter durch die Schwangerschaft.
So, nun zu meinem Termin gestern in der Gynäkologischen Tagesklinik. Da der Termin falsch gelegt wurde und mein Mann noch arbeiten musste, nahm ich meine Mutter mit, aber die freute sich total. Ich bin den ganzen Untersuchungen ja eher kritisch begegnet, weil ich finde, man kann auch zu viel untersuchen. Viele haben da gar kein Verständnis und sind total scharf auf diesen Ultraschall, es gäbe so tolle Bilder. Bei mir wurde gar kein Bild gemacht und es wurde weder auf 3D noch auf 4D umgestellt, so viel dazu. Aufjedenfall war die Ärztin zunächst ganz nett. Aber leider auch nur zunächst. Sie schaute sich unseren Kleinen ganz genau an, jede Kleinigkeit. Dann aber wollte unser Schatz nicht so wie sie, er lag ihrer Meinung nach nämlich ungünstig, sie konnte das Herz nicht zu 100% sehen. Mir wäre das ehrlich gesagt egal gewesen, weil die andere Ärztin beim letzten Termin im Krankenhaus schon beinahe Herzerkrankungen ausschließen konnte. Aber der Ärztin war es nicht egal und sie war der Meinung, unseren kleinen Liam zurecht „rücken“ zu müssen. Sie nahm den Ultraschallkopf und drückte mir ihn mit aller Kraft in die linke Seite, dann schubste sie so kräftig hin und her, dass ich fast von der Liege viel! Ich hätte heulen können, solche Schmerzen hatte mir das bereitet. Dann sagte Sie, wenn sie den Bauchraum so enger macht, dann fängt der Kleine an, wie ein Fisch zu rudern und dann muss er sich bewegen. Ich wollte gar nicht, dass unser Kind, wie ein Fisch rudert, so was muss total beängstigend sein, wenn man mit einmal keinen Platz mehr hat. Unser Schatz tat mir so Leid und ich hätte die Untersuchung am liebsten abgebrochen, hatte aber nicht den Mut dazu. Es ist laut ihrer Aussage, trotz Schilddrüsenmedikamente, alles in bester Ordnung. Aber ausschließen kann man letztendlich natürlich trotzdem nichts. Das Abschlussgespräch war dann der Gipfel. Sie meinte, auch wenn alles in Ordnung sei, müsste ich mir eine Entbindungsklinik mit angrenzender Kinderklinik suchen. Denn Komplikationen können ja immer entstehen, und ich wolle mir ja anschließend keine Vorwürfe machen, oder? Dann sagte sie falls sie ein Geburtshaus in betracht gezogen haben, das können sie sich sofort abschminken. Auch wenn man immer mal wieder in Holland hören würde, dass es da so was gäbe, genauso auch Hausgeburten, das geht hier nicht. Man wüsste ja überhaupt nicht, das die ein ganz anderes Gesundheitsystem haben und die Sterberaten sind viiieeel höher, das wüsste sie als Oberärztin einer Universitätsklinik! Das wolle ich ja alles nicht. Und als sie merkte, dass sie bei mir auf taube Ohren stößt, appellierte sie an meine Mutter. Sie wolle ja auch nicht weiter fahren, um ihr Enkelkind zu besuchen, nur weil es spontan in ein Krankenhaus mit Intensivstation verlegt werden muss. Dann muss sie ja, genau wie mein Mann, jeden Tag pendeln. Und mich müsste sie dann bei der spontanen Aufnahme ablehnen, weil für mich evtl. kein Platz mehr im Krankenhaus wäre und dann muss unser Sohn ganz allein dort liegen. Ich hatte die Nase echt voll und das zeigte ich ihr mit meinen Blicken, glaube ich, auch. Dann sagte sie schnippisch: „Wie ich sehe, interessieren sie sich gar nicht dafür. Anscheinend war ihr Plan anders. Aber sie werden schon sehen. Als Erstgebärende hat man ja gar keine Ahnung!“
Ich gab ihr noch freundlich die Hand, bedankte mich und wir gingen. Über dieses Verhalten regte ich mich noch Stunden auf. Erstens Mal kannte sie mich und meine Ansichten gar nicht und selbst wenn, wäre ihr das auch egal gewesen. Sie sieht nur den medizinischen Aspekt an einer Geburt und die damit verbundenen Komplikationen! Wahrscheinlich dachte sie sich, so jung wie die ist, interessiert die sich sowieso nicht, weil ihr alles egal ist. Ich werde auf jeden Fall dabei bleiben, dass ich im Krankenhaus meiner Wahl, ohne Kinderklinik entbinde, solange es dafür keine Anhaltspunkte gibt, das eine andere Entscheidung besser wäre.
Und was auch noch wichtig ist: Gestern haben wir endlich schon mal de Kleiderschrank bei IKEA gekauft, zwar ist das andere noch nicht alles fertig, aber mein Kleiderschrank platzt aus allen Nähten, weil die Babysachen so viel Platz wegnehmen. Den haben wir dann gestern noch vor dem HypnoBirthing aufgebaut und heute hat Andre ihn ausgerichtet. Nun kann ich also alles den dritten und letzten Durchgang waschen und einräumen :-).

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