Wir verwöhnen unser Baby zu sehr! (2 Wochen + 4 Tage)

Wir verwöhnen unser Baby zu sehr!
In den letzten, etwas mehr als 2 Wochen, mussten wir uns schon so einiges anhören und uns für alles Mögliche rechtfertigen. Das war für uns schon vor der Geburt absehbar, weil wir vieles anders handhaben, als den meisten bekannt ist. Für uns steht die Bindung zu unserem Sohn im Vordergrund und damit kommen viele nicht zu Recht, bzw. aus der Unwissenheit heraus meinen sie, wir machen alles falsch und verwöhnen unser Baby. Das beste Beispiel dafür war der erste Besuch bei meiner Schwiegermutter, da war Liam 1 Woche und 1 Tag jung. Vor diesem Besuch hatte ich die ganze Schwangerschaft über Angst und habe mir immer wieder ausgemalt, wie es wohl werden wird. In der Schwangerschaft habe ich mir schon dickes Fell zugelegt und bin stärker geworden, was meine Meinung betrifft, das zahlte sich nun aus. Wir fuhren dann also dorthin und ihr passte es schon nicht, dass unser Kleiner schlief. Ich war mehr als froh darüber, denn ich wollte die erste Begegnung immer mit Tragetuch machen, fühlte mich nach einer Woche aber noch nicht fit genug dafür und hatte auch irgendwie noch ein bisschen Angst, ihn darein zu setzen. Also kamen wir mit Kinderwagen. Die Küche meiner Schwiegermutter ist zum Glück so eng, dass ich den Kinderwagen in meine Richtung zwischen Tisch und Arbeitsplatte quetschen musste. Das führte dann aber dazu, dass sie nicht in den Wagen fassen konnte. Zuvor hatte ich Liam noch gestillt und die ersten Tage schlief er danach immer extrem fest. Sie tat wirklich alles, um ihn aufzuwecken. Sie sprach extrem laut, knallte mehrfach mit einer Zeitung auf den Tisch um Fliegen zu fangen… sie ließ nichts aus, aber unser Schatz schlief. Das passte ihr gar nicht und als ich dann nach einer Stunde ein bisschen drängelte, ich finde das reicht für den Anfang, sah man ihr an, wie sauer sie war. Das musste sie wohl akzeptieren. In dieser einen Stunde musste ich mir eine Menge anhören, was ich falsch machte. Nicht wir, sondern natürlich ich. Ich schuckelte die ganze Zeit den Wagen, einfach weil ich das wollte und wusste, Liam tut das gut, auch wenn er schläft. Da kam die erste Ermahnung: „Warum schuckelst du die ganze Zeit den Wagen, irgendwann schläft er nicht mehr, ohne dass du das tust!“, ich dann: „Das ist nicht schlimm, ich tue das gerne.“ dann fragte sie irgendwann, ob er denn schon durchschliefe. Das scheint eine sehr weit verbreitete, beliebte Frage zu sein, denn da war sie nicht die einzige, die fragte. Ich sagte ihr, dass er nicht durchschliefe, weil ich ihn zum Stillen regelmäßig wecke. Sie klärte mich daraufhin darüber auf, dass ich Liam nachts nicht wecken müsste und ich erklärte ihr, dass wenn Neugeborene zu lange schlafen Unterzuckern können und das ich das mit meiner Hebamme so besprochen hatte. Sie hatte ihre Kinder aber auch nicht geweckt und irgendwann will Liam dann immer alle zwei Stunden gefüttert werden und auch später noch so oft trinken. Wieder antwortete ich patzig, weil ich mir sowas nicht sagen lassen will. Ich sagte ihr, wenn Liam dann zukünftig alle zwei Stunden aufwacht (was ja totaler Blödsinn ist!), dann habe ich damit kein Problem, ich stille gerne. Sie meinte dann, dass ich dann ja auch zukünftig nachts Brei machen müsste, wenn ich ihn so oft füttern würde. Das leuchtete mir nicht ein und ich fragte warum. Sie klärte mich darüber auf, dass ich ja nur ein paar Wochen stillen würde und ich klärte sie darüber auf, dass ich am liebsten noch stillen möchte, wenn alles so klappt, wie ich mir das wünsche und wir Beide das Bedürfnis danach haben, wenn Liam auch über ein Jahr alt ist. Dann sagte sie mir, dass ich ja gar nicht wüsste, ob ich länger als acht Wochen Milch hätte?! Das machte mich ein bisschen stutzig, mir wollte nun also eine Frau, die sechs Kinder zur Welt brachte sagen, dass einem nach acht Wochen die Milch ausginge?! Da ließ ich mich gar nicht weiter drauf ein und wir kamen wieder zum Thema Schlafen. Sie fragte, ob er denn in seinem Zimmer auch so schön schliefe. „Ja, er schläft nachts genauso schön, aber nicht in seinem Zimmer.“, „Warum schläft er nicht in seinem Zimmer, ist das nicht fertig?“, „Doch, aber ich habe ihn lieber bei uns im Schlafzimmer.“, „Er schläft die ersten Tage bei Euch im Zimmer in seinem Bett?“, „Nein, nein. Er schläft nicht die ersten Tage bei uns, wenn uns allen danach ist, dann schläft er so lange bei uns, wie ihm danach ist und er hat zwar ein Beistellbett, aber für gewöhnlich schläft er trotzdem zwischen uns, wir haben ein Familienbett.“, erstmal stille, das hatte sie irgendwie geschockt…“Er schläft zwischen Euch?! Und dann auch noch so lange er will? Dann schläft er ja mit 30 noch zwischen Euch!“ Gut, da komme ich wohl nicht weiter. Was soll ich da noch erklären, sie weiß ohnehin alles besser und wir machen alles falsch, aber das verkorkste Kind haben wir dann ja an der Backe und nicht sie, das hätte ich ihr am liebsten gesagt, verkniff ich mir dann aber doch. Wenn ich jetzt so darüber schreibe, finde ich die ganze Szene rückwirkend betrachtet schon fast lustig, obwohl ich mich an diesem Tag natürlich tierisch aufgeregt habe. Und dann überreichte sie uns noch Geschenke, obwohl das wirklich nicht nötig gewesen wäre, wir sagten ihr schon zuvor, sie solle nichts schenken, als sie fragte. Es gab ein Set, bestehend aus einer Wollhose, einem Wollpullover, dazu eine Woll Mütze und Handschuhe. Mit Polyesteranteil, damit man das ganze auch laut Etikett nur bei 30°C mit der Hand waschen darf. Gut, dass mein Mann im November zur Welt kam, sonst hätte er damals wohl auch im Hochsommer Woll- Kleidung tragen müssen. Dazu gab es ein paar rote Stoff-Boots mit Blumen Applikation und pinke Socken mit der Aufschrift „I love Dad.“ Die Botschaft kam an. Die Stoff- Boots werden passen, wenn der Kleine ungefähr ein Jahr alt ist und dann hoffentlich draußen keine Stoff- Boots trägt, sondern in vernünftigen Schuhen läuft. Egal, für mich ist das Thema Schwiegermutter erstmal wieder gegessen und so schnell lasse ich mich da nicht mehr blicken!
Erste Erfahrungen mit dem Tragetuch
Im Krankenhaus wollten wir schon mal die Wiege an testen, aber das klappte nicht. Zuhause sah es immer noch so seltsam aus und nachdem es dann auch noch so heiß wurde, lag das Tuch erstmal zwei Wochen im Schrank. Gestern wollte ich es, trotz Wärme, nun aber doch wissen und versuchte es mit der Wickel- Kreuztrage. Das Binden war noch ein wenig umständlich und ich noch unbeholfen, aber nach 15 Minuten saß alles und der Kleine glücklich und zufrieden vor meinem Bauch. Nachdem ich ihn dann eine Zeit lang im Haus mit mir trug und ihn dann ablegte, gingen wir nachmittags spazieren und wollten noch ein paar Dinge in der Stadt erledigen. Dafür band ich mir ihn wieder um und zur Sicherheit nahmen wir den leeren Kinderwagen aber mit. Noch ist Liam ja nicht so schwer und das tragen geht nicht auf den Rücken. Durch das Tragen bin ich auch gezwungen, gerade zu laufen und das tut meinem Rücken wohl eher gut. Der Kinderwagen kam dann nicht zum Einsatz, nur Zuhause angekommen, war ich dann ganz schön verschwitzt. Später nachmittags versuchte mein Mann dann sein Glück und ihm gefiel das auch. Abends band ich ihn mir dann wieder um und so konnten wir ganz entspannt gemeinsam Abendessen. Heute Morgen, als wir mit unserem Hund raus gingen, lies ich den Kinderwagen stehen und heute ging das binden des Tragetuches rucke zucke! Innerhalb weniger Minuten saß alles an Ort und Stelle. Was mir nur komischerweise aufgefallen ist: In einen Kinderwagen schauen nicht so viele rein, bzw. trauen sich auch nicht zu fragen. Aber ein Baby im Tragetuch zieht die Blicke nur so auf sich. Den ganzen Weg über schauen die Leute und schauen auch noch hinterher. Vielleicht sieht man einfach hier nicht sooo viele Eltern mit Tragetüchern und sie schauen deswegen, ich weiß es nicht. Als wir dann gestern beim Tierarzt waren, plauderten die Frauen im Wartezimmer nur so auf mich ein und stellten lauter Fragen zu unserem Kleinen. Dann gingen wir zur Apotheke und dort fragte man direkt, wie alt der Kleine sei und wie das denn so wäre mit einem Tragetuch und die Apothekerinnen fragten direkt, ob sie mal schauen dürfen und kamen vor die Theke. So ging es dann an jeder „Station“ weiter, bin mal gespannt, wie das in der Zukunft so wird und ob man es dann irgendwann Leid ist, wegen dem Tuch angesprochen zu werden?!

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