Vom Baby zum Kleinkind

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Wie aus einem Baby ein Kleinkind wurde

Unser kleines Baby ist inzwischen ein Kleinkind, er ist jetzt 16 Monate alt. Diese Zeit jetzt finde ich einfach wundervoll, wenn auch anstrengend. Aber ich denke, es wird von Zeit zu Zeit eher anstrengender und deshalb finde ich mich damit ab.

Laufen mit 16 Monaten

Unser Zwerg läuft noch nicht und wenn er auch nach Außen immer etwas hinterherhinkt, finde ich das überhaupt nicht schlimm und spüre selbst, dass es sich komisch anfühlen würde, wenn er jetzt laufen würde. Er benötigt einfach diese Zeit zum reifen und ist feinmotorisch dafür schon recht weit, wie ich empfinde.

KISS- Syndrom

Unser Kleiner hatte nach wie vor Symptome, immer noch, auch nach mehrfacher Vorstellung bei zwei verschiedenen Osteopathen, Symptome aufwies, die auf das KISS- Syndrom hin deuteten, waren wir nochmals bei einem Arzt, der sich auf das KISS- Syndrom spezialisiert hat. Dr. Biedermann in Köln ist meines Wissens nach sogar der Namensgeber persönlich. Er diagnostizierte das KISS- Syndrom und sprach davon, dass unser Schatz sehr hypoton ist. Er behandelte ihn und empfahl uns, nun doch zum Babyschwimmen zu gehen. Davon wurde uns als der Zwerg noch sehr klein war, von unserer Ärztin abgeraten, aber jetzt fühlt es sich für uns richtig an. Morgen gehen wir das dritte Mal, mein Mann schwimmt dann mit ihm und ich sitze am Rand und habe Zeit für mich, indem ich lese und zuschaue. Das war bis jetzt sehr entspannend und die Beiden genießen das sichtlich. Unser Mäuschen liebt das Wasser und wenn es nach ihm ginge, würde er auch jeden Tag baden. Was wir aber nicht machen: Tauchen. Davor haben wir sehr großen Respekt und wenn der Zwerg mal versehentlich mit dem Gesicht ins Wasser geht, verschluckt er sich sofort und fängt an zu weinen. So kommt das Tauchen also für uns nicht in Frage, weil wir nicht das Gefühl haben, ihn abhärten zu müssen und das man damit genau das Gegenteil bewirkt: Die Angst vorm Wasser. Das fände ich sehr schlimm und das kann auch nicht der Sinn eines solchen Kurses sein.

Feinmotorik mit 16 Monaten

Also, wie oben geschrieben, das Äffchen läuft nicht. Er steht aber sehr viel, lässt sich zeitweise mit beiden Händen los, lässt sich aber sofort auf seinen Po plumpsen, wenn er merkt, dass er komplett los gelassen hat. Seit seinem elften Lebensmonat krabbelt er richtig und ist sehr flott unterwegs, manchmal hangelt er sich auch an der Küchenzeile oder an Schränken entlang, mit ein paar seitwärts Schritten. Ansonsten bin ich immer begeistert, was er alles kann. Wahrscheinlich können andere gleichaltrige Kinder auch diese feinmotorischen Sachen so gut, aber trotzdem bin ich dann fasziniert, was ein Kind in dem Alter alles kann und weiß. Er setzt die Ringe hochkonzentriert auf seinen Turm, dann schüttelt er immer alle Ringe ab und fängt von Neuem an.

Angewohnheiten und Eigenarten

Er hasst es mit den Finger zu Essen und möchte immer einen Löffel oder eine Gabel benutzen. Ich fände die Variante mit den Fingern eigentlich besser, ich kann es kaum mit ansehen, wie z.B. der Reis immer wieder auf dem Weg zum Mund herunter fällt und er sich mit dem Löffel abmüht, diesen wieder aufzusammeln. Er ist sehr penibel, nichts darf irgendwo rumliegen. Sobald auch nur ein kleiner Fussel auf dem Boden liegt, sammelt er diesen auf und ruft nach einem von uns. Dann gibt er uns den Fussel, damit wir ihn entsorgen. Er hat zum ersten Geburtstag eine Holzautobahn mit kleinen Holzautos bekommen. Er setzt sie ganz selbstverständlich oben drauf und lässt sie runter fahren, ich finde das gar nicht so einfach. Er hat einen kleinen Feger mit Kehrblech. Er schüttet dann seine Legokiste aus, um die Steine mit dem Kehrblech wieder aufzuschüppen und zurück in die Kiste zu werfen. Er pflückt auch gerne Geschirrtücher und Handtücher ab, wenn er daran kommt und steckt diese dann in die Mülltonne. Er krabbelt ins Badezimmer, und holt dann seinen Kamm vom Regal runter, dann kämmt er sich. Zwar hält er den Kamm immer falsch rum, aber wie er dabei guckt und wie stolz er ist, ist einfach nur zuckersüß. Wie wahrscheinlich viele Kinder, spielt er gerne mit Töpfen, Schälchen und anderen Haushaltsgegenständen. Dazu gehört von IKEA z.B. das Set mit der Grillzange, Kelle, Pfannenwender etc. in Kindergröße. Er hat Tage, da muss der Pfannenwender überall mit hin. Die Zange nutzt er um Gegenstände unter Regalen und Schränken wieder hervor zu holen aber auch zum Essen.

Ernährung mit 16 Monaten und Langzeitstillen

Er liebt es, Gemüse und Nudeln in Soße einzustippen, Soße mag er ohnehin, nach Obst, am liebsten. Obst isst er nach wie vor am aller liebsten. Unsere Kinderärztin hält da nichts von, aber ich kann ihn ja nicht zwingen, was anderes zu essen, ich kann es ihm nur immer wieder anbieten. Da hätte ich fast schon vergessen, es gibt natürlich etwas, was er noch lieber als Obst mag: Das Stillen! Es ist so selbstverständlich, dass ich es beinahe vergessen hätte. Wenn er morgens aufwacht stillen wir meistens nochmal und kuscheln uns dann in den Tag hinein. Mittags stillt er, wenn er zum Mittagsschlaf im Bett schläft.

Schlafen oder eben Wachsein

Weil der kleine Muck aber immer noch sehr schlecht bei mir schläft, schläft er seinen Mittagsschlaf, wenn es bei mir sehr stressig ist, im Sling. Das ist manchmal anstrengend, aber auf dem Rücken schläft er nur selten ein und dann ungern. Im Sling schläft er meist schnell, wenn auch nicht so tief, wie im Bett. Aber ich kann es mir nicht immer leisten, vier und mehr Stunden im Bett zu verbringen. Denn er braucht weiterhin meistens 1,5 Stunden, bis er einschläft, dann schläft er ca. zwei Stunden, wenn ich nicht aufstehe, da ist dann aber auch der halbe Nachmittag um. Mit dem Schlafen im Sling haben wir einen Kompromiss geschlossen.

Zurück zum Stillen: Abends bringt mein Mann unseren Schatz ins Bett, außer manchmal, wenn er es nicht duldet, mit seinem Papa ins Bett zu gehen, auch solche Abende haben wir, dann stille ich. Nachts aber stillen wir recht häufig, manchmal stündlich. Wir hatten auch schon Nächte, da haben wir nur zweimal gestillt, die kann ich aber an einer Hand abzählen.

Warum es schön ist, kein Baby mehr zu haben

Möglicherweise hört es sich komisch an, aber es ist so: Ich bin froh, im Moment kein Baby mehr zu haben, sondern ein Kleinkind. Es ist wundervoll, ein Baby den ganzen Tag tragen zu können und oft schlafen sie dann auch noch recht viel und man muss ihnen nicht immer hinterher laufen. Aber ich finde es viel schöner zu sehen, wie unser Schatz jeden Tag etwas dazu lernt. Wie er Spiele erfindet und sich stundenlang ganz vertieft beschäftigt. Da ist er unglaublich ausdauernd, man muss eben nur daneben sitzen. Aber unsere Umgebung ist ohnehin nicht sicher genug, als das man ihn auch nur eine Sekunde aus den Augen lassen könnte.

Nun, wenn ich mich zurück an die Babyzeit erinnere bin ich nicht wehmütig und habe auch nicht das Gefühl, sofort wieder ein Baby haben zu wollen. Obwohl es anscheinend vielen so geht, ist es bei mir nicht so. Unser Äffchen fängt gerade an, selbstständiger zu werden, in dem Sinne, dass er sich eben selbst beschäftigt. Man kann so unendlich viel mit ihm anfangen, er schaut gerne Bücher an, macht Fingerspiele mit, „tanzt“ zu Musik und kann anfangen, auszudrücken, was er möchte. Als Baby war er sehr anstrengend und klar, so hilflos, er konnte ja nicht sagen, was er wollte. Ich hatte immer das Gefühl, ihn vor jedem beschützen und verteidigen zu müssen. Jetzt äußert er ganz klar, zu wem er will und zu wem eben nicht. Er ist so fröhlich und lacht viel. Er stellt ziemlich viel Blödsinn an, über den wir auch oft lachen müssen.

Babygebärden und Sprachkompetenz

Außerdem gebärdet er inzwischen auch einige Sachen, die er so ganz sicher noch nicht sagen könnte und auch das begeistert mich, weil ich daran erkenne, wie viel ein Kind mit 16 Monaten doch schon versteht. Einige Worte kann er auch, als erstes sagte er Mama. Wenn ich nicht sofort höre, wird daraus ein „Maaaaaama“. Und manchmal sagt er auch Mami, das finde ich am aller süßesten. Zu seinem Papa hat er anfangs immer „Dada“ gesagt, aber im Moment sagt er in die Richtung gar nichts. Meine Mama ist „MMMMaa“, das „O“ kann er noch nicht. Er kann auch Wörter wie „Tecker“ für Traktor und „Gagger“ für Bagger. Er sagt auch „Käse“ und „Tee“. Unser Kleiner trinkt keinen Tee, wir geben nur Wasser. Wenn ich aber Tee trinke, darf er probieren. Heute morgen, als wir im Bett lagen, kam er angekrabbelt und ich fragte, was er denn möchte. Da zeigte er auf meine Brust und sagte „Tee“. Das war so niedlich und wir mussten lachen. Ich sagte ihm, dass ich zwar keinen Tee habe, aber Milch bestimmt auch gut ist. Uns rutschte beim Wickeln mal „Kacki“ raus, seitdem sagt er das leider ziemlich gerne. Wenn er kurz außer Sichtweite ist und ich fragend rufe: „Was machst du denn?“ Dann ruft er zurück „Kaaacki!“. Naja, wir werden es überstehen.

Die schönsten Momente

Also, ich liebe diese Zeit und liebe mein Kind so unendlich, dass ich es nicht in Worte fassen könnte. Als er noch kleiner war, wollte er nur stillen, aber nicht kuscheln. Auch das ist nicht mehr so, er kommt auch oft und möchte einfach in den Arm genommen werden. Wenn wir im Bett liegen, dreht er sich mit dem Rücken zu einem, rutscht dann an einen ran und möchte dann den Bauch  gekrault haben. Mit seinem Kind zu kuscheln ist einfach das Schönste und ich genieße jeden Moment. Ich weiß, dass diese Zeit viel zu schnell vorbei ist und dann kommt sie nie wieder zurück. Wir stellten vor ein paar Tagen fest, dass es für uns undenkbar wäre, wenn wir kein Familienbett mehr hätten und erfreuen uns jeden Abend daran, wenn unser Kleiner kuscheln kommt. Oft stillt er dann Nachts und krabbelt zu meinem Mann rüber, da schläft er dann in seinem Arm. Abends schläft er auch oft auf seinem Bauch ein. Wir genießen Alle diese Nähe und Verbundenheit, für uns war und ist das Familienbett einfach das Beste!

Wir hoffen nicht, dass der Zwerg unser einziges Kind bleibt und würden gerne irgendwann ein Geschwisterchen haben. Als Abstand finden wir drei Jahre eigentlich perfekt, aber ich könnte mir noch nicht vorstellen, nächstes Jahr wieder schwanger zu sein. Deshalb lassen wir erst einmal alles auf uns zukommen und wenn wir uns mit dem Gedanken nicht wohl fühlen, dann versuchen wir eben nicht, den „perfekten“ Abstand, den es eh nicht wirklich gibt, einzuhalten. Im Moment kann ich mir auch noch nicht vorstellen, dass er irgendwann vielleicht großer Bruder wird. Er ist immer noch mein kleines Baby und ich kann mir nicht vorstellen, diese Liebe zu teilen. Ich hätte wirklich ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber, auch wenn ich das sicherlich nicht haben müsste. Wir werden sehen, was das Leben für uns bereit hält…
Wie ist es euch ergangen, hattet ihr auch das Gefühl, eure Liebe nicht „teilen“ zu können und Angst, euer Erstgeborenes würde zu kurz kommen?

Eure

9MonateKUGELRUND.de

2 Kommentare

  1. Schön, wieder mal etwas von euch zu hören!
    Ums Geschwisterchen würde ich mir noch nicht allzuviele Gedanken machen. Irgendwann kommt der Moment, wo es sich einfach als Familie richtig anfühlt. Wir wollten eigentlich auch einen 3-Jahres-Abstand, aber nun werden es weniger. Wir hatten einfach plötzlich den Eindruck, dass der Zeitpunkt gekommen ist. Und je länger ich Minis Umgang mit uns, aber auch mit anderen Kindern beobachte, desto sicherer bin ich, dass es für uns so perfekt ist. Sie ist zwar sehr anhänglich, aber gleichzeitig schon sehr selbständig, und seit kurzem völlig fasziniert von Babys und Puppen. Und nein, die Liebe muss man nicht teilen, die verdoppelt sich einfach… 😉

    LG, Julia

  2. Liebe Julia, vielen Dank für Deinen Kommentar! Das hast Du aber schön geschrieben und es ist spannend, dass ihr auch drei Jahre als guten Abstand empfunden habt und sich dann letztlich weniger richtig angefühlt haben. Ich denke auch, dass ich es im Moment falsche sehe, mit der geteilten Liebe. Wie heißt es so schön: "Liebe ist das einzige was sich verdoppelt, wenn man es teilt." Da wird schon viel Wahres dran sein, meinen Mann liebe ich ja wegen unseres Kindes auch nicht weniger :-).
    Liebe Grüße, Leni

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